Martin Sonneborn blamiert Deutsche Bank in neuer ZDF-Satiresendung

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Spaßvogel Sonneborn greift auf PR-Statements zurück. (Foto: Die Partei)

Ich sehe gern das ZDF. Natürlich das Hauptprogramm. Damit meine ich nicht den Spartenkanal für ältere Mitbürger, bei dem nur die heute-Show und der 22-Uhr-Krimi am Sonntag konsumierbar sind. An einem Donnerstagabend im Herbst 2014 hatte die Satiresendung „Martin Sonneborn rettet die Welt“ bei ZDF Neo Premiere. Der Comedian führte dabei die Deutsche Bank in Frankfurt vor. Auf eine Weise, wie er es früher für ZAK bei Friedrich Küppersbusch getan hat bzw. bei Oliver Welke immer wieder macht. Sonneborn bat um einen Interviewtermin und erhielt ein vorgefertigtes Gespräch mit Fragen, die sich nicht er, sondern die Bank ausgedacht hat. Es muss naiv sein, anzunehmen, dieser Mann würde dankbar wie ein Gratisblättchen sein. Stattdessen nutzte er das Interview als Vorlage, um es in der Frankfurter DB-Zentrale Wort für Wort einsprechen zu lassen.

Sächselnder Sunnyboy bei Sonneborn

Die Pressestelle hat natürlich den Braten gerochen. Als Ansprechpartner wurde ein Leipziger Kollege vorgeschickt, der einem Modekatalog entsprungen schien, lokaler CDU-Parteihansel ist und als Krönung sächselte. Sonneborn führte den armen Mann entsprechend vor. Meine Anrufe einen Tag später in der Kommunikationsabteilung des Frankfurter Geldhauses brachte mir einen Rückruf des Deutsche Bank-Sprechers Christoph Blumenthal ein (üblich ist es, das große Konzerne die Anfragen von Medien unterhalb der Latte „Times-Guardian-Spiegel“ von irgendeinem Referenten beantworten lassen). Auf meine Frage, warum ein Sachse als Ansprechpartner für ZDF Neo herhalten musste, obwohl ein medientrainierter Kollege aus der Pressestelle nur den Fahrstuhl hätte nehmen müssen, hieß es, es sei nichts Ungewöhnliches dabei. Die Presseabteilung organisiere die verschiedensten Interviewpartner aus der Bank. Zudem sei es Satire, die nicht kommentiert werde, so DB-Sprecher Blumenthal am Nachmittag danach. Glauben wir gern!

Guter Einstand bei der Zielgruppe der heute-Show

In Wirklichkeit glaube ich, dass jeder Mitarbeiter einer Pressestelle weiß, dass Ex-Titanic-Chefredakteur Sonneborn versucht, ihn im Zweifelsfall zum tragischen Helden der Geschichte zu machen. Stefan G. aus der Leipziger Bankfiliale konnte nicht wissen, dass ein von der PR-Abteilung vorgefertigtes Gespräch so noch nicht einmal vom Nordkoreanischen Staatsfernsehen redaktionell verarbeitet würde. Fairerweise hätte der Christdemokrat vor sich selbst geschützt werden –nun ja- können. Natürlich verlangt niemand vom offiziellen Sprecher, sich für Satire herzugeben. Doch wozu sind Referenten da???
Auf jeden Fall hat die Geschichte neugierig auf die zweite Ausgabe von „Sonneborn rettet die Welt“ gemacht, die am Donnerstagabend (17. Oktober) läuft. Natürlich im Hauptprogramm des Zweiten, das ich gern sehe.

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